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7. Welche größenabhängigen Erleichterungen gibt es bei der Aufstellung und Offenlegung des Jahresabschlusses? Was gilt für Kleinstunternehmen?

  • "Kleinstunternehmen" können bei der Aufstellung der Jahresabschlussunterlagen die Erleichterungen für kleine Unternehmen in Anspruch nehmen und darüber hinaus auf die Erstellung eines Anhangs zur Bilanz vollständig verzichten, wenn sie bestimmte Angaben (u. a. zu Haftungsverhältnissen) unter der Bilanz ausweisen (vgl. § 264 Absatz 1 Satz 5 HGB). Darüber hinaus reicht für Kleinstunternehmen – wie bei kleinen Unternehmen – die Erstellung einer verkürzten Bilanz aus, die lediglich die in § 266 Absatz 2 und 3 HGB mit Buchstaben bezeichneten Posten gesondert und in der vorgeschriebenen Reihenfolge enthalten muss, § 266 Absatz 1 Satz 4 HGB.
  • Seit dem Abschlussstichtag 31. Dezember 2012 können Kleinstunternehmen wählen, ob sie die Offenlegungspflicht durch Veröffentlichung (Bekanntmachung der Rechnungslegungsunterlagen im für jedermann online einsehbaren Bundesanzeiger) oder durch Hinterlegung der Bilanz erfüllen. Auch für die Hinterlegung erfolgt die elektronische Einreichung der Unterlagen beim Betreiber des Bundesanzeigers. Im Fall der Hinterlegung können Dritte auf Antrag beim Betreiber des Bundesanzeigers kostenpflichtig eine Kopie der Bilanz erhalten, siehe dazu auch Frage 18.

Kleinstunternehmen sind nach § 267a HGB Gesellschaften, die an zwei aufeinander folgenden Abschlussstichtagen zwei der drei nachfolgenden Merkmale nicht überschreiten:

  • Umsatzerlöse bis 700.000 Euro
  • Bilanzsumme bis 350.000 Euro
  • durchschnittliche Zahl von bis zu zehn beschäftigten Arbeitnehmern.

Maßgeblich ist bei der Erstanwendung (Jahresabschluss zum ersten Stichtag nach dem 30. Dezember 2012) die Einhaltung der Schwellenwerte an diesem Stichtag.

  • Kleine Unternehmen können bei der Aufstellung des Jahresabschlusses von den Erleichterungen nach §§ 274a, 276, 288 Absatz 1 HGB Gebrauch machen. Sie brauchen nur eine verkürzte Bilanz aufzustellen, in die nur die in § 266 Absatz 2 und 3 HGB mit Buchstaben und römischen Zahlen bezeichneten Posten gesondert und in der vorgeschriebenen Reihenfolge aufgenommen werden, § 266 Absatz 1 Satz 3 HGB. Bei der Offenlegung können sie sich auf die Offenlegung von Bilanz und Anhang (ohne Gewinn- und Verlustrechnung) beschränken (§ 326 Absatz 1 HGB).
  • Mittelgroße Unternehmen können bei der Aufstellung des Jahresabschlusses die Erleichterungen der §§ 276, 288 Absatz 2 HGB nutzen. Sie müssen zwar grundsätzlich alle in § 325 HGB genannten Unterlagen veröffentlichen (siehe Frage 2), können jedoch hinsichtlich des Inhalts der Unterlagen von der Erleichterung des § 327 HGB Gebrauch machen.
  • Große Unternehmen können keine Erleichterungen in Anspruch nehmen.

Die Einstufung als kleine, mittelgroße oder große Gesellschaft oder als Kleinstkapitalgesellschaft richtet sich grundsätzlich nach §§ 267, 267a HGB.

Unabhängig von der Einstufung gelten für bestimmte Unternehmen, z. B. kapitalmarktorientierte Unternehmen, Emittenten von Vermögensanlagen, oder Kredit- und Finanzdienstleistungsinstitute, Sonderregelungen. Diese Unternehmen müssen nach den Regelungen für große Unternehmen offen legen und können von den Erleichterungen nach §§ 326, 327 HGB keinen Gebrauch machen.

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