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1. Mein Kind lebt mit dem anderen Elternteil im Ausland und der andere Elternteil verweigert mir den Umgang. Wie kann das Bundesamt für Justiz mir helfen, Umgang mit meinem Kind zu bekommen?

Lebt der andere Elternteil mit dem gemeinsamen Kind in einem Mitgliedstaat der EU oder in einem anderen Vertragsstaat des Haager Kindesentführungsübereinkommens und verweigert er Ihnen den Umgang mit dem Kind, können Sie einen Antrag auf Umgang beim Bundesamt für Justiz stellen.

2. Wo kann ich einen Antrag auf Umgang mit meinem Kind stellen?

Der Antrag kann entweder beim Bundesamt für Justiz oder bei der ausländischen Zentralen Behörde eingereicht werden. Darüber hinaus können Sie den Antrag auch direkt beim ausländischen Gericht (ggf. mit Hilfe eines Rechtsanwalts) einreichen.

3. Welche Unterlagen muss ich meinem Antrag auf Umgang beifügen?

Wenn Sie den Antrag über das Bundesamt für Justiz stellen, ist dem international standardisierten Antragsformular ein Vollmachtsformular beizufügen, mit welchem Sie die ausländische Zentrale Behörde bevollmächtigen.
Daneben sind in der Regel die Geburtsurkunde des Kindes, Heiratsurkunden, Fotos sowie im Einzelfall eine Sorgerechtserklärung oder eine Gerichtsentscheidung beizufügen.

4. Müssen erforderliche Übersetzungen durch einen vereidigten Übersetzer erfolgen?

Welche Übersetzungen vorgelegt werden müssen, ergibt sich entweder aus den internationalen Vorschriften selbst oder aus der entsprechenden Anforderung des ersuchten Staates im Einzelfall. Informationen dazu finden Sie hier.

5. Benötige ich für das Verfahren auf Umgang einen Rechtsanwalt?

Sie können sich auch ohne einen Rechtsanwalt an das Bundesamt für Justiz wenden, das mit Hilfe der zuständigen Stellen alle erforderlichen Maßnahmen veranlasst.

Es ist möglich, sich unmittelbar an die ausländische Zentrale Behörde oder auch direkt an die Gerichte oder Verwaltungsbehörden des anderen Staates zu wenden. Zu beachten ist dabei jedoch, dass es von dem betreffenden ausländischen Recht abhängt, ob eine Privatperson dort auch im gerichtlichen Verfahren auftreten und gehört werden kann oder ob zwingend ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden muss.

6. Welches Gericht ist für mich zuständig?

Wenn Sie einen Antrag auf Umgang nach dem HKÜ stellen, entscheiden die Gerichte des Vertragsstaats, in dem das Kind aktuell lebt, über diesen Antrag. Welches Gericht örtlich zuständig ist, bestimmt das dortige nationale Recht.

7. Wie lange dauert das Verfahren auf Umgang?

Eine Aussage über die Dauer des Verfahrens kann nicht gemacht werden. Die Dauer des Verfahrens im Ausland hängt maßgeblich von den dort geltenden Verfahrensvorschriften ab und kann je nach Vertragsstaat sehr unterschiedlich sein.

8. Was kann ich neben der Antragstellung bei der hiesigen Zentralen Behörde noch tun?

a) Möglicherweise kann eine internationale Familienmediation weiterhelfen. Die Mediation ist ein vertrauliches und strukturiertes Verfahren, bei dem die Parteien mithilfe eines Mediators freiwillig und einvernehmlich versuchen, ihren Konflikt außergerichtlich beizulegen. Dabei trifft der Mediator (oder ein gemeinsam arbeitendes Mediatoren-Team) keine eigenen Entscheidungen bezüglich des Konflikts, sondern ist lediglich für den Ablauf des Gesprächs und den geordneten Interessenaustausch verantwortlich. Weitere Auskunft zur Mediation erhalten Sie beim Verein Mediation bei internationalen Kindschaftskonflikten (MiKK e. V.).

Die Mediation geschieht in enger Abstimmung zwischen alle beteiligten Stellen (Bundesamt für Justiz, zuständiges Gericht), damit die Mediation das Verfahren nicht verzögert. Die Ergebnisse sind zwar vertraulich, können aber gegebenenfalls in das gerichtliche Verfahren eingebracht werden, um dieses zu beenden und die Ergebnisse der Mediation zu sichern.

b) Neben dem Bundesamt für Justiz als Zentrale Behörde für internationale Sorgerechtskonflikte erteilt auch die deutsche Zentrale Anlaufstelle für grenzüberschreitende Kindschaftskonflikte (ZAnK) beim Internationalen Sozialdienst im Deutschen Verein Auskunft und Beratung.

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