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5. Fallen auch Stiefkind- und Verwandtenadoptionen unter das Haager Adoptionsübereinkommen?

Obwohl das Adoptionsübereinkommen mit seinen Verfahrensregeln vom Ansatz her auf das Zusammenführen eines adoptionsbedürftigen Kindes mit bis dato unbekannten Eltern ausgerichtet ist, gilt es ebenso für Stiefkind- und Verwandtenadoptionen. Deshalb enthalten auch weder das deutsche Ausführungsgesetz noch das Adoptionsvermittlungsgesetz Sonderregelungen für diese Art der Adoption. Auch wenn das zu adoptierende Kind und die Annahmewilligen von vornherein feststehen und damit das eigentliche matching-Verfahren nicht durchzuführen ist, bringt die Anwendbarkeit des Übereinkommens Vorteile für die Beteiligten: Im Rahmen des Übereinkommens sind die Zuständigkeiten und Ansprechpartner im Ausland sichergestellt, die Einbindung deutscher Fachstellen im Rahmen der Eignungsprüfung der Adoptionsbewerber und eine Mitentscheidung bei der Frage der Adoptionsbedürftigkeit im Rahmen des Zustimmungserfordernisses nach Artikel 17 Buchstabe c HAÜ ist gewährleistet und letztendlich kommen auch die Anerkennungsregeln des Übereinkommens den Beteiligten zugute. Beispielsweise sollten keine Kinder, die bei ihren Eltern und Geschwistern leben, zur Überwindung ungewollter Kinderlosigkeit, aus rein wirtschaftlichen Erwägungen oder nur, um den Kindern bessere Ausbildungs- und Berufschancen zu bieten, von in Deutschland lebenden Verwandten adoptiert werden. Auch die Regeln zur Zuständigkeit, Meldepflicht sowie zur Aktenaufbewahrung und Akteneinsicht gelten für Stiefkind- und Verwandtenadoptionen.

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