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13. Wie erwirbt ein im Ausland adoptiertes Kind die deutsche Staatsangehörigkeit?

Unter folgenden Voraussetzungen erwirbt ein ausländisches Kind durch den rechtswirksamen Ausspruch einer Adoption unmittelbar und kraft Gesetzes (§§ 3 Absatz 1 Nummer 3, 6 des Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG)) die deutsche Staatsangehörigkeit:

  • die Adoption muss nach den deutschen Gesetzen wirksam, also anerkennungsfähig, sein;
  • der/die Annehmende oder einer der annehmenden Ehegatten muss die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen;
  • das Kind darf zum Zeitpunkt des Annahmeantrages das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und
  • die rechtlichen Wirkungen der ausländischen Adoption müssen denen einer Annahme Minderjähriger nach deutschen Sachvorschriften zumindest gleichwertig sein.

Der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit richtet sich dabei nicht nach der adoptionsrechtlichen Bewertung der Adoption als Volladoption, starke Adoption oder schwache Adoption wie in der "Adoptionswirkungen- und Staatenliste" ausgeführt, sondern nach dem staatsangehörigkeitsrechtlichen Begriff der "Gleichwertigkeit" der Adoption. Danach ist das Tatbestandsmerkmal der "nach deutschen Gesetzen wirksamen Annahme als Kind" in § 6 StAG nur dann erfüllt, wenn die Wirkungen der zu beurteilenden Adoption den Wirkungen einer Minderjährigenadoption nach deutschem Recht in den für den Erwerb der Staatsangehörigkeit wesentlichen Gesichtspunkten gleichstehen. Bei einer Voll- bzw. starken Adoption ist dies regelmäßig der Fall. Bei einer schwachen Adoption muss dies im Einzelfall überprüft werden.

Da bei der Voll- bzw. starken Adoption eines ausländischen Kindes durch einen deutschen Staatsangehörigen das Merkmal der Gleichwertigkeit regelmäßig erfüllt ist, bedarf es zum Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit durch das Kind rechtlich keiner weiteren Maßnahmen, etwa der Durchführung des Anerkennungs- und Wirkungsfeststellungsverfahrens oder gar eines zusätzlichen Rechtsaktes, etwa einer Einbürgerung.

Demgegenüber erwirbt das adoptierte Kind bei einer schwachen Adoption die deutsche Staatsangehörigkeit regelmäßig erst durch eine Umwandlung der im Herkunftsstaat ausgesprochenen Adoption. Die ausländische Adoption kann jedoch in Ausnahmefällen ebenfalls unmittelbar zum Staatsangehörigkeitserwerb führen, nämlich dann, wenn das staatsangehörigkeitsrechtliche Merkmal der Gleichwertigkeit erfüllt ist und die Wirkungen der Adoption nach dem ausländischen Recht den Wirkungen einer Minderjährigenadoption nach deutschem Recht in den für den Erwerb der Staatsangehörigkeit wesentlichen Gesichtspunkten gleichstehen.

Das Bundesministerium des Innern weist darauf hin, dass nach seiner Auffassung die deutsche Staatsangehörigkeit nach § 6 StAG durch die Umwandlungsentscheidung nicht mehr erworben wird, wenn der Antrag auf Umwandlung (§ 3 AdWirkG) erst nach Vollendung des 18. Lebensjahres des Adoptivkindes gestellt wird.

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