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Expertentagung zur Auslandsadoption

Ausgabejahr 2018
Datum 13.06.2018

Bonn. Bei einer zweitägigen Tagung unter dem Titel "Essentials der Auslands­adoption" haben Experten aus ganz Deutschland sowie aus Luxemburg und der Schweiz im Bundesamt für Justiz (BfJ) in Bonn über aktuelle Fragestellungen zur Auslandsadoption diskutiert.

Seit vielen Jahren bietet das BfJ als Bundeszentralstelle für Auslandsadoption ein Forum für den Gedankenaustausch der Experten im Bereich der Auslandsadoption, insbesondere der Zentralen Auslandsvermittlungsstellen der Landesjugendämter und der anerkannten Aus­lands­vermittlungsstellen. An der diesjährigen 11. Tagung nahmen zudem – neben Vertretern aus dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie dem Auswärtigen Amt – Gäste aus Luxemburg und der Schweiz teil.

Das 25-jährige Jubiläum des Haager Übereinkommens vom 29. Mai 1993 über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption gab Anlass, sich auf die Grundpfeiler der Auslandsadoption zu besinnen. Es bestand Einigkeit, dass bei jeder Adoption das Wohl des Kindes im Vordergrund stehen muss. Die Teilnehmer stimmten überein, dass eine Adoption in einen anderen Staat grundsätzlich nur dann erfolgen soll, wenn die Adoptionsbedürftigkeit des Kindes feststeht, d. h. in der Herkunftsfamilie ein Verbleib nicht möglich ist und sich im Heimatstaat des Kindes keine geeigneten Bewerber finden. Be­son­de­res Augenmerk sei auf die Eignung der Adoptionsbewerber bzw. das Entstehen eines Eltern-Kind-Verhältnisses zu legen. Schließlich gelte es, auch die Rechte der leiblichen Eltern zu wahren. Die vertretenen Ministerien stellten darüber hinaus mögliche Ansätze für eine Weiterentwicklung der Auslandsadoption in der neuen Legislaturperiode vor.

In Deutschland ist das Haager Übereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der inter­nationalen Adoption seit 2002 in Kraft. Weltweit sind 98 Staaten dem Übereinkommen beigetreten. Die Anzahl der Aus­lands­adop­tionen ist weltweit rückläufig. Deutsche Zentrale Behörde nach dem Übereinkommen auf Bundesebene ist das Bundesamt für Justiz. Die Bundeszentralstelle ist im Rahmen des Übereinkommens Empfangs- und Weiterleitungsstelle, an die Mitteilungen und Anfragen aus dem Ausland gerichtet werden können. Sie koordiniert die Tätigkeit der verschiedenen inländischen Stellen und sie ist an Verfahren vor den Familiengerichten zur Anerkennungs- und Wirkungsfeststellung von Auslandsadoptionen beteiligt.

Die Wahrnehmung der Aufgabe der Einzelfallvermittlung eines Kindes aus dem Ausland obliegt dagegen insbesondere den zentralen Adoptionsstellen der Landesjugendämter sowie den staatlich anerkannten Auslandsvermittlungsstellen der Freien Träger im Rahmen der ihnen erteilten besonderen Zulassung.

Weitere Informationen zum Thema Auslandsadoption finden sich auf der Internetseite des Bundesamts für Justiz unter www.bundesjustizamt.de/auslandsadoption.

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