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Traumnote 1 bleibt selten: Bundesamt für Justiz veröffentlicht Übersicht über die Ergebnisse der juristischen Prüfungen für das Jahr 2014

Ausgabejahr 2016
Datum 11.04.2016

Bonn. 2014 liegt die Anzahl der erfolgreichen Absolventinnen und Absolventen eines rechtswissenschaftlichen Studiums mit 8.183 auf dem Niveau des Vorjahres (8.146). Das ergibt sich aus der Statistik zur Juristenausbildung, die das Bundesamt für Justiz (BfJ) jetzt veröffentlicht hat.

"Die Bestnote 1 erhielten bundesweit nur 27 Studierende (0,3 %) und diese stellt damit eine besonders herausragende Leistung dar“, erläutert Heinz-Josef Friehe, Präsident des BfJ. "Im 2. Staatsexamen hat die Note 1 sogar ausgesprochenen Seltenheitswert. Dieses Spitzenergebnis erreichten 2014 in ganz Deutschland nur 4 von 7.529 erfolgreichen Prüflingen und damit nur 0,05 %."

Im Jahr 2014 haben bundesweit insgesamt 8.185 Studierende die erste juristische Prüfung erfolgreich absolviert. Im Vorjahr waren es noch 8.148. Der Anteil der Frauen lag 2014 bundesweit bei 58,5 % und in den einzelnen Bundesländern zwischen 53,5 und 66,8 %. Damit ist der Frauenanteil im Vorjahresvergleich leicht gestiegen (2013: 56,9 %). Die Dauer des Studiums bis zum erfolgreichen Abschluss lag 2014 bundesweit bei durchschnittlich 11,4 (2013 bei 11,1) und in den einzelnen Bundesländern zwischen ca. 10 und 13 Semestern.

Die zweite juristische Staatsprüfung haben 2014 von 8.789 geprüften Personen 7.529 (85,7 %) bestanden. Dies entspricht nahezu den Werten aus dem Vorjahr, in dem von 8.730 geprüften Personen 7.491 das Examen bestanden hatten (85,8 %). 2014 stieg der Frauenanteil geringfügig auf ca. 54,6 gegenüber 54,1 % in 2013.

Für den Erwerb der Befähigung zum Richteramt sind der erfolgreiche Abschluss eines rechtswissenschaftlichen Studiums und daran anschließend das Absolvieren des 24-monatigen juristischen Vorbereitungsdienstes (Referendariat) erforderlich. Beide Ausbildungsabschnitte werden durch umfangreiche Prüfungen abgeschlossen, die sich im Detail in den einzelnen Bundesländern unterscheiden.

Am Ende des Studiums steht eine zweigeteilte Prüfung aus einem universitären Prüfungsteil und einem landeseinheitlichen staatlichen Prüfungsteil. Die Prüfungsgesamtnote für diese „erste juristische Prüfung“ errechnet sich aus beiden Prüfungsteilen. Bis zum Inkrafttreten des Gesetzes zur Reform der Juristenausbildung am 1. Juli 2003 wurde das Studium insgesamt durch eine landeseinheitliche Staatsprüfung ("erstes Staatsexamen") abgeschlossen (altes Recht). Nachdem seit Inkrafttreten der Reform der Juristenausbildung über zehn Jahre vergangen sind, gibt es nur noch vereinzelt Studierende, die nach den alten Vorschriften geprüft wurden. Diese werden in der Statistik zur Juristenausbildung noch in gesonderten Tabellen ausgewiesen. Das Referendariat wiederum wird landeseinheitlich durch eine Staatsprüfung ("zweites Staatsexamen") abgeschlossen.

Die nach den Bundesländern differenzierte Ausbildungsstatistik erfasst zu sämtlichen Prüfungsteilen die Zahl und das Ergebnis der im Berichtsjahr absolvierten Prüfungen. Für das Studium werden zudem die Studiendauer und die sogenannten "Freiversuche" gesondert ausgewiesen. Ferner wird in Übersichten dargestellt, welche Prüfungsleistungen in den einzelnen Bundesländern im Rahmen der Prüfungen zu erbringen sind. Schließlich wird angegeben, wie viele Referendare sich am 1. Januar des Jahres im Vorbereitungsdienst befanden und wie viele neu eingestellt worden sind. Darüber hinaus wird eine Zeitreihe zur Zahl der erfolgreichen Prüflinge seit 1959 fortgeführt.

Die "Ausbildungsstatistik" kann auf der Homepage des BfJ unter https://www.bundesjustizamt.de/DE/Themen/Buergerdienste/Justizstatistik/Juristen/Ausbildung_node.html kostenfrei abgerufen werden.

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