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Experten beraten zur Auslandsadoption

Ausgabejahr 2016
Datum 04.03.2016

Bonn. Bei einer zweitägigen Tagung unter dem Titel „Auslandsadoption im Wandel“ haben Experten aus ganz Deutschland sowie der Schweiz und Norwegen im Bundesamt für Justiz in Bonn diskutiert. Thema war die bestmögliche Ausgestaltung der Adoption von Kindern aus dem Ausland im Interesse und zum Wohle des Kindes.

Seit vielen Jahren bietet das Bundesamt für Justiz als Bundeszentralstelle für Auslandsadoption ein Forum für den Gedankenaustausch der Experten im Bereich der Auslandsadoption, insbesondere der Zentralen Auslandsvermittlungsstellen der Landesjugendämter und der anerkannten Auslandsvermittlungsstellen. An der diesjährigen 10. Tagung nahmen zudem – neben Vertretern aus dem Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie dem Auswärtigen Amt – Gäste aus der Schweiz und Norwegen teil.

Im Mittelpunkt der Tagung standen der stete Rückgang von Adoptionen aus dem Ausland, die Vorbereitung der Adoptivbewerber auf die Adoption insbesondere eines Kindes mit besonderen Bedürfnissen, die nachgehende Begleitung von Adoptivfamilien und eine mögliche Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen der Auslandsvermittlung mit Blick auf die innerstaatlichen Strukturen.

Die Tagungsteilnehmer waren sich einig, dass zum Wohle des Kindes die Durchführung des Auslandsvermittlungsverfahrens im Verhältnis zu allen Herkunftsstaaten durch eine deutsche Fachstelle als verbindlich eingeführt werden sollte. Als Ergebnis befürworten die Experten, eine entsprechende gesetzliche Regelung einzuführen und damit sogenannte unbegleitete Auslandsadoptionen zu verbieten. Ebenso wurde empfohlen, Aufgaben bei der Bundeszentralstelle für Auslandsadoption stärker zu bündeln.

In Deutschland ist das Haager Übereinkommen über den Schutz von Kindern und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der internationalen Adoption seit 2002 in Kraft. Weltweit sind 95 Staaten dem Übereinkommen beigetreten. Deutsche Zentrale Behörde nach dem Übereinkommen auf Bundesebene ist das Bundesamt für Justiz. Die Bundeszentralstelle ist im Rahmen des Übereinkommens Empfangs- und Weiterleitungsstelle, an die Mitteilungen und Anfragen aus dem Ausland gerichtet werden können. Sie koordiniert die Tätigkeit der verschiedenen inländischen Stellen und sie ist an Verfahren vor den Familiengerichten zur Anerkennungs- und Wirkungsfeststellung von Auslandsadoptionen beteiligt. Die Wahrnehmung der Aufgabe der Einzelfallvermittlung eines Kindes aus dem Ausland obliegt dagegen insbesondere den zentralen Adoptionsstellen der Landesjugendämter sowie den staatlich anerkannten Auslandsvermittlungsstellen der Freien Träger im Rahmen der ihnen erteilten besonderen Zulassung.

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