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Deutsch-japanischer Erfahrungsaustauch zu Fragen der internationalen Kindesentführung - Vertreter der Zentralen Behörde Japans besucht das Bundesamt für Justiz

Ausgabejahr 2015
Datum 28.09.2015

Bonn. Herr Yuta Yamasaki, Vertreter des japanischen Außenministeriums, war im Bundesamt für Justiz (BfJ) zu Gast, um sich über das deutsche Verfahren bei internationalen Kindesentführungen zu informieren. Wenn innerfamiliäre Konflikte auftreten und ein Elternteil das Kind oder die Kinder gegen den Willen des anderen (mit-)sorgeberechtigten Elternteils in ein anderes Land entführt, kann der zurückgelassene Elternteil die Rückführung über das BfJ als Zentrale Behörde nach dem Haager Kindesentführungsübereinkommen von 1980 (HKÜ) stellen.

Japan und die Bundesrepublik Deutschland arbeiten seit April 2014 auf der Grundlage des HKÜ zusammen, um den zurückgelassenen Elternteil bei der Rückführung des ins Ausland entführten Kindes zu unterstützen. Partner des BfJ in Japan ist das japanische Außenministerium, das dort die Funktion der Zentralen Behörde wahrnimmt. Nach dem HKÜ arbeiten die Zentralen Behörden eng zusammen und fördern die Zusammenarbeit der zuständigen Behörden ihrer Staaten, um die Rückführung der Kinder sicherzustellen.
Da die Arbeit mit dem HKÜ in Japan noch relativ neu ist, aber im Verhältnis zu Deutschland bereits einige Verfahren laufen, war das Interesse von Herrn Yamasaki von der japanischen Zentralen Behörde groß, etwas über die Arbeitsweise im BfJ, über das deutsche Ausführungsgesetz IntFamRVG sowie dessen Anwendung in der Praxis zu erfahren und über seine Erkenntnisse in Japan berichten zu können. Aber auch die deutschen Kolleginnen und Kollegen aus dem BfJ konnten sich näher über die Verfahrensabläufe und die Schwerpunktsetzung sowie über neueste Entwicklungen in Rechtsetzung und Rechtsprechung in Japan informieren. Daher wurde der Erfahrungsaustausch von beiden Seiten als sehr gewinnbringend empfunden. Wenn sich die jeweiligen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner weltweit persönlich kennen, fördert dies das gegenseitige Verständnis mit dem Ziel einer effizienten und beschleunigten Zusammenarbeit im Interesse der betroffenen Familien und zum Wohl der betroffenen Kinder.

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