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Delegationen aus Ungarn und Frankreich informieren sich über Mediation in internationalen Kindschaftskonflikten

Ausgabejahr 2014
Datum 19.12.2014

Berlin. „Mediation in internationalen Kindschaftskonflikten - eine einvernehmliche Lösung im Interesse der Kinder“ lautet der Titel eines durch das Civil Justice Programm der Europäischen Union geförderten ungarisch-französischen Projekts unter Beteiligung Deutschlands. In diesem Rahmen organisierte das am Projekt beteiligte Bundesamt für Justiz als Zentrale Behörde nach dem Haager Kindesentführungsübereinkommen einen Studienbesuch einer 8-köpfigen Delegation aus Ungarn und Frankreich, der am 15. und 16. Dezember 2014 in Berlin stattfand.

Foto: Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ungarischen und französischen Delegation zu Gast bei der Zentralen Behörde nach dem Haager Kindesentführungsübereinkommen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der ungarischen und französischen Delegation zu Gast bei der Zentralen Behörde nach dem Haager KindesentführungsübereinkommenTeilnehmerinnen und Teilnehmer der ungarischen und französischen Delegation zu Gast bei der Zentralen Behörde nach dem Haager Kindesentführungsübereinkommen

Ziel des Projekts ist es, in Ungarn die Möglichkeit der Mediation insbesondere in Fällen von grenzüberschreitender Kindesentführung zu eröffnen und in das Verfahren zu integrieren. In diesen hochstreitigen grenzüberschreitenden Kindschaftskonflikten, die meistens eine lange innerfamiliäre, konfliktreiche Vorgeschichte haben, können gemeinsam erarbeitete, einvernehmliche Lösungen nachhaltiger als gerichtlich angeordnete Kindesrückführungen sein. Auch das Haager Kindesentführungsübereinkommen von 1980 sieht die Möglichkeit der gütlichen Regelung vor. Die Zentralen Behörden Deutschlands und Frankreichs haben bereits gute Erfahrungen mit Mediationen in Einzelfällen gemacht.

Sie unterstützen deshalb das Projektziel nicht nur durch den Studienbesuch, sondern auch durch die Mitarbeit bei der Entwicklung einer speziellen Ausbildung für Mediatorinnen und Mediatoren, die durch einen für 2015 geplanten Workshop im Rahmen der Abschlusskonferenz in Budapest flankiert werden soll.

Von ungarischer Seite nahmen Vertreterinnen aus dem ungarischen Justizministerium und eine Familienrichterin, von französischer Seite ein Vertreter des Justizministeriums sowie Vertreterinnen einer französischen Mediationsorganisation teil.

Ulrike Janzen, Leiterin des für Mediation zuständigen Referats im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz, eröffnete die Veranstaltung am ersten Tag in Berlin.

Die deutsche Herangehensweise erläuterten anschließend Vertreterinnen und Vertreter von MiKK e. V., einem gemeinnützigen Verein, der in grenzüberschreitenden Kindschaftskonflikten und insbesondere in Fällen von Kindesentführung Mediatorinnen und Mediatoren vermittelt und Erfahrungen mit speziellen Fortbildungen in diesem Bereich hat. Das Bundesamt für Justiz berichtete unter anderem, wie sich Mediationsangebote mit dem Ziel der schnellstmöglichen Rückführung entführter Kinder vereinbaren lassen. Anschließend stellte das ungarische Justizministerium die Pläne für einen Einsatz von Mediation in internationalen Kindschaftskonflikten vor. Am zweiten Tag rundeten Besuche beim Amtsgericht (Familiengericht) Pankow/Weißensee und beim Kammergericht Berlin sowie Gespräche mit für Verfahren nach dem Haager Kindesentführungsübereinkommen zuständigen Richterinnen und Richtern über ihre Erfahrungen mit Mediation in diesen Verfahren den Studienbesuch ab.

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